Bio von Micha

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Redaktion wagt Gedankenexperiment “Frauen bauen Computer”

Die netzwelt-Redaktion fasst diesmal ein besonders heikles Thema an. Frauen und Computer. Männer lieben beides. Leider gibt es viel zu wenig Frauen in Führungspositionen. Das macht Männer traurig. Egal ob Top-Management, Vorstand oder Aufsichtsrat, überall zu wenig Frauen.

(Anm. d. Redakteurs: “folgender Artikel wird mit einem klitzekleinen Lächeln empfohlen!” ;-D)

Bundeskanzlerin Angela Merkel sprach bereits von einem Skandal. Wenn selbst die sonst so kühle Bundeskanzlerin das Wort “Skandal” benutzt, dann ist es höchste Zeit sich zu empören. Bei genauer Betrachtung ist der Skandal noch viel größer. Denn in der Computerbranche gibt es noch viel weniger Frauen. Bei all den PC-Herstellern und bei Hardware-und Softwarefirmen findet man nur ganz wenige Frauen in Schlüsselpositionen. Die großen Meilensteine der Computergeschichte gehen alle auf Männer zurück. Prozessoren, Grafikkarten, Motherboards (!), Office-Programme oder Internet, überall hatten die Kerle den Daumen drauf.

Testosteron-getriebene Blechkisten

Kein Wunder, dass die Computer heute so sind wie sie eben sind. Testosteron-getriebene Blechkisten bei denen überschüssige Performance wichtiger ist als klug eingesetzte Rechenleistung. Auf den überdimensionierten Festplatten wabern aufgeblähte Software-Pakete, bei denen überflüssige Regler, Schalter und Knöpfchen über das Versagen bei den Basisfunktionen hinwegtäuschen sollen.

Ein kühnes Gedankenexperiment

Wie hätten sich Computer und Internet wohl entwickelt, wenn nicht Männer sondern Frauen die Entwicklung vorangetrieben hätten. Dazu muss man nur überlegen, worin die Talente von Frauen eigentlich bestehen. Sie haben derer viele: Frauen sind – anders als Männer – nicht an albernen Rivalitäten und Konkurrenzkämpfen interessiert. Frauen wollen einfach nur gute Arbeit leisten. Frauen denken sozial und können sich in ihre Mitarbeiter einfühlen. Frauen sind kommunikativer und teilen ihre Gedanken und Einsichten mit anderen. Frauen beherrschen Multitasking. Sie treiben keine Spielchen und gehen keine unnötigen Risiken ein.

Frauen können praktisch alles besser.

Wie also wäre die Entwicklung von Computer und Internet verlaufen, wenn Frauen den Computer erfunden hätten?

1. Prozessoren: Multitasking von Anfang an

Prozessoren wären heute noch bei einer gemächlichen Taktrate von 1,6 Gigahertz, würden sich aber von Anfang an auf alles konzentrieren, was Multi ist: Multitasking, Multithreading und Multicore. Was männliche Ingenieure von Intel, AMD und Co. erst in den letzten Jahren eitel und selbstverliebt als großen Durchbruch gefeiert haben, hätten die Frauen schon Anfang der 90er Jahre mit größter Selbstverständlichkeit eingeführt.

2. PCs: Strom sparend und leise

Man sieht die Szene förmlich vor sich. Der Ingenieur beim PC-Hersteller führt der Technik-Chefin die neue Kombination aus Mainboard, Prozessor und Grafikkarte vor. Während der improvisierte PC hochfährt, heulen Ventilatoren und Festplatten um die Wette. “Warum ist das so laut, Jonathan?”, fragt die Chefin mit gefährlich ruhiger Stimme. “Weil der Prozessor sonst zu heiß wird, Madame”, antwortet der etwas tumbe Techniker. “Wir haben hier immerhin 65 Grad und …”. Weiter kommt er nicht, denn da nimmt die Lady ihre High Heels vom Fuß und zerhackt mit der Spitze Mainboard, Ventilator, Prozessor und Grafikkarte zu Elektroschrott. “Mach das Ding leise, noch besser, mach es lautlos. Und bringe nicht wieder so einen Stromfresser, Jonathan!”, sagt sie mit drohender Stimme.

Wenn Frauen Computer entwickeln, dann sind die leise und effizient.

3. Software: Intuitiv und praktisch

Die Software-Entwickler wollten in den letzten Jahrzehnten immer nur eines: mehr Features als die Konkurrenz. “Mein Programm kann dies und das und neuerdings auch noch jenes.” Mit diesem unsinnigen “Krieg der Knöpfchen” versuchten die Entwickler sich gegenseitig zu übertrumpfen. Typisch Mann und sein Spieltrieb. Hätten Frauen bei der Software-Entwicklung etwas zu sagen gehabt, wären simple Bedienung, reibungsloses Funktionieren und eine übersichtliche Oberfläche des Ziel jedes Softwareprojekts gewesen. Die Menschheit hätte nicht Millionen und Abermillionen von Stunden damit verbracht, herauszufinden, wie man eine Excel-Tabelle auf einem DIN A4-Blatt ausdruckt – um nur ein Beispiel zu nennen.

4. Internet: Soziale Netzwerke und E-Mail “an alle”

In der Anfangszeit des Internet klickten die Männer gern von Webseite zu Webseite. Das war zwar völlig sinnfrei, machte den Kerlen aber einen Riesenspaß. Darum nannten sie es “surfen”. Wenn Frauen das Sagen gehabt hätten, wären E-Mail und soziale Netzwerke von Anfang an die wichtigsten Trends gewesen. Schließlich sind Frauen Kommunikations-Profis. Bei E-Mail-Software wäre die Option “Antwort an alle” standardmäßig eingestellt. Das nennt man Transparenz.

Chat und Videoconferencing hätten ihren Siegeszug schon vor 20 Jahren gefeiert. Schon vor zehn Jahren hätte es das Videokonferenz-Programm mit automatischer Bildbearbeitung in Echtzeit (Hauttöne, Abdeckstift, Rouge) gegeben. Sorry, das war jetzt unsachlich. Aber Männer sind so.

Der historische Fehler

Es wäre leicht, sich noch weitere Punkte auszudenken, auf die das weibliche Geschlecht Einfluss genommen hätte. Man denke nur an Aspekte wie fingernagelfreundliche Tastaturen oder eine feminine Ästhetik bei der Gestaltung des Desktops. Schminktisch mit allen Utensilien statt Techno-Cockpit. Die Dateien wären in Tupperware-Boxen statt in Büro-Ordnern. Sorry, das war schon wieder unsachlich. Aber Männer hassen Tupperware, weil sie da nie den Deckel draufkriegen.

Wie schön und praktisch wäre doch die gesamte Computerwelt, wenn Frauen von Anfang an die Dinge in die Hand genommen hätten. Warum nur haben sie den Männern das Feld überlassen? -Mehmet Toprak-

http://www.netzwelt.de/news/85613_2-verkehrte-netzwelt-frauen-bauen-computer.html


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