Bio von Micha

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Bluetooth steht vor einer Fülle neuer Anwendungen

Bluetooth-Technik ist mittlerweile in nahezu jedem Smartphone, Handy oder Computer integriert, aber seine Möglichkeiten sind noch lange nicht ausgereizt.

Bereits heute sind mehr als 4 Milliarden Endgeräte mit dem Bluetooth-Standard auf dem Markt und monatlich kommen etliche Millionen dazu. Schätzungen gehen davon aus, dass pro Jahr eine Milliarde neuer Geräte auf den Markt kommt. Das ist nicht weiter verwunderlich, denn die drahtlose Revolution in den Neunziger Jahren führte dazu, dass Hersteller sich gezwungen sahen, eine allgemein gültige Übertragungstechnologie für drahtlose Anwendungen zu finden.

Hersteller von Sensoren in den Bereichen Sport, Fitness und Gesundheit waren als erste selbstverständlich mit von der Partie, die Hersteller von PCs und Handys ließen sich nicht allzu lange bitten. Vor 13 Jahren wurde die Interessengemeinschaft Bluetooth Special Interest Group (SIG) gegründet. Seitdem ist die Mitgliederzahl von fünf auf über 14.500 Firmen gestiegen, deren Mitarbeiter in verschiedenen Arbeitsgruppen an Neuentwicklungen und Spezifikationen arbeiten. In der Zwischenzeit hat sich Bluetooth als der globale Standard für Gerät-zu-Gerät-Kommunikation im Nahbereich etabliert.

Reichlich Anwendungspotenzial
Aufgrund seiner Interoperabilität ermöglicht Bluetooth den Datenaustausch zwischen Geräten und Sensoren verschiedenster Hersteller, was zuvor mit anderen, geschützten Standards kaum möglich war. Hierfür gibt es verschiedenste Bluetooth-Profile, die die Kommunikation einer großen Anzahl von Anwendungen ermöglichen und es Herstellern relativ einfach macht, Bluetooth mit geringem Test- und Programmieraufwand einzubauen.

Während viele Nutzer bei dem Wort Bluetooth zunächst an Freisprechanlagen fürs Auto denken, gibt es auch in vielen anderen Themenbereichen großes Anwendungspotential für Bluetooth. Dieses Potenzial soll vor allem durch zwei noch junge Spezifikationen des Bluetooth-Standards erschlossen werden: Bluetooth High Speed und Bluetooth Low Energy.

Um die Kommunikation und Datenübertragung über Bluetooth noch schneller und batteriesparender zu machen, wurden die Standards “Bluetooth High Speed” und “Bluetooth Low Energy” eingeführt, die künftig eine große Rolle spielen werden.

Bluetooth High Speed kombiniert Bluetooth-Kommunikation mit der Geschwindigkeit von WiFi und unterstützt Geschwindigkeiten bis 24 Mbit/s. Das Bluetooth-Protokoll stellt dabei lediglich die Verbindung der Geräte her, für die eigentliche Datenübertragung wird der WiFi-Standard 802.11 verwendet.

Bluetooth High Speed vereint dadurch eine Reihe von Vorteilen, wie beispielsweise der niedrigere Stromverbrauch durch die Tatsache, dass der High-Speed-Kanal nur dann zum Einsatz kommt, wenn er tatsächlich gebraucht wird. Nebenbei trägt dieses Feature auch zur besseren Sicherheit bei. Zudem erhöht es die Zuverlässigkeit der Verbindung (keine Ausfälle) und verringert die Latenzzeiten, wodurch Geräte schneller ansprechen. Dadurch kann Bluetooth auch zur Übertragung von Musik und digitalen Bildern verwendet werden.

Ein Tor zur IP-Welt
Bluetooth Low Energy muss man nicht extra aktivieren, Daten können in bestimmten, vorgegebenen Abständen übertragen werden, und nur während der tatsächlichen Datenübertragung wird Strom verbraucht. Die dafür nötigen Chips sind extrem klein und robust und können mit verschiedenen Geräten verbunden werden. Dadurch, dass Hersteller dafür keine Lizenzgebühren zahlen und diesen kompatiblen Standard weltweit nutzen können, ergeben sich auch für den Nutzer keine Mehrkosten.

Die Schnittstelle ist hier von besonderer Bedeutung und dient als Localhost und/oder transparente Leitung zu einer IP-Adresse. So kann auch ein Web-Service in Geräte mit Bluetooth Low Energy integriert werden und die sofortige Kommunikation mit dem Internet ermöglichen. Zudem werden immer mehr Geräte unterschiedlichster Art, sei es in den Bereichen Sport und Fitness oder Medizin, im Haushalt, in der Unterhaltungsindustrie oder im Automobilbereich, miteinander kommunizieren können.

Vom Krankenzimmer zum digitalen Heim
Im Gesundheitsmarkt wird ein besonders großes Wachstum der Nachfrage nach Geräten, Sensoren und tragbaren Geräten erwartet, die Bluetooth Low Energy verwenden. Dieser Standard wird es ermöglichen, Krankheitsverläufe besser zu beobachten, damit ältere oder chronisch kranke Menschen länger unabhängig leben können, und die Dosierung von Medikamenten wird anhand der Messung der Vitaldaten auch ohne Arztbesuche reguliert werden können. Gerade aufgrund der schnell steigenden Zahl der drahtlosen, am Körper getragenen Sensoren wird die Nachfrage nach geeigneten Schnittstellen und Services immer größer werden.

Kleinste Sensoren können damit beispielsweise Vitaldaten über die Schnittstelle Smartphone zur Auswertung ins Internet übertragen, wodurch neue Möglichkeiten der Datenverarbeitung entstehen. So kann ein Brustgurt Herzfrequenzdaten über das Smartphone an das Internet übertragen, wo die Daten von einem Fitnesstrainer ausgewertet werden. Blutzuckermessgeräte können per Bluetooth Werte an eine Telemedizineinrichtung übertragen, wodurch dem Nutzer durch Fernüberwachung zahlreiche Arztbesuche erspart bleiben.

Organisator im digitalen Wohnzimmer
Im Bereich Smart Home können durch Bluetooth-Technologie verschiedenste Geräte im Haus, sei es die Heizung oder die Unterhaltungselektronik, mit dem Mobiltelefon als Fernbedienung gesteuert werden. Wenn per Bluetooth Low Energy festgestellt wird, dass der Reifendruck am Auto zu niedrig ist, bekommt der Fahrer per Smartphone eine Nachricht und kann das Problem beheben, bevor größerer Schaden entsteht.
?Weitere Anwendungen bieten sich im Bereich Sicherheit an. Per Bluetooth Low Energy wird ein Alarm an den Nutzer gesendet sobald etwas außer Reichweite gerät, das kann dann im Falle eines Falles der Geldbeutel, aber auch das eigene Kleinkind sein.

Neue Ideen ausdrücklich willkommen!
Um auf das große Anwendungspotential von Bluetooth Low Energy technology und die damit verbundenen Innovationsmöglichkeiten hinzuweisen, ruft die Bluetooth SIG mit dem Bluetooth Innovation World Cup noch bis zum 15. September internationale Entwickler, Unternehmer und Studenten dazu auf, in verschiedenen Themenbereichen Ideen einzureichen. Teilnehmer können so ihre Idee international messen und nebenbei noch Geld und Marketingunterstützung gewinnen.

Und wer sich generell für das Thema Bluetooth interessiert hat im Rahmen der Bluetooth Technology Conference am 4. Oktober in München die Gelegenheit, direkt von Vertretern der Industrie mehr über die neuesten Anwendungsmöglichkeiten zu erfahren und mit ihnen in Kontakt zu treten.

Anders Edlund
Unser Gastautor ist Mitglied des Teams für Produkt-Managment und -Planung bei Bluetooth SIG und weltweit zuständig für die Bereiche Gesundheit, Sport und Fitness sowie für den Bereich Smart Home.

13.September 2011, von Anders Edlund
http://www.bullhost.de/b/bluetooth.html


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